TOLERANZ, GERECHTIGKEIT UND BARMHERZIGKEIT DER ISLAMISCHEN MORAL

Der rasche Aufstieg des Islam setzte sich auch nach dem Tod des Propheten Muhammad (s.a.w.s) fort, sie breitete sich innerhalb weniger Jahrzehnte in ganz Mesopotamien und Nordafrika aus und erreichte schließlich im Westen Spanien und im Osten Indien.

Die Araber, die noch vor wenigen Jahren in den Steppen Arabiens Viehzucht betrieben, wurden durch die Vernunft, die Kultur und das durch den Islam gewonnene Bewusstsein zu Verwaltern eines großen Reiches. Dies war ein in der Geschichte bislang nie da gewesener Aufstieg.

In dem riesigen Gebiet lebten zahlreiche unterschiedliche religiöse Glaubensgemeinschaften, allen voran Juden und Christen. Die Muslime erwiesen sich Gegenüber den in den eroberten Gebieten lebenden Glaubensgemeinschaften als überbaust tolerant. Entsprechend der Bestimmung unseres Herrn “Keinen Zwang im Glauben” (Sure al-Baqara, 256) wurde niemand gezwungen, die Religion zu wechseln, und dem Gewissen eines jeden erwies man Achtung. Kirchen und Synagogen wurden sorgfältig geschützt, und in einer Zeit, in der erzwungene Religionswechsel häufig waren, war die Toleranz der Muslime ohnegleichen.

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Gerechtigkeit

Eines der auffälligsten Beispiele von islamischer Toleranz ereignete sich bei der Eroberung Jerusalems. Der Patriarch der Kirche des heiligen Grabes der Stadt befürchtete, dass die Muslime die Kirche zerstören würden. Doch der Kalif Omar stattete der Kirche einen Höflichkeitsbesuch ab und erklärte, es bestehe keinen Grund zur Sorge. Zur Gebetszeit bat er den Patriarchen um Erlaubnis, sich etwas von der Kirche zu entfernen und verrichtete sein Gebet. Genau an diesem Punkt, an dem der Kalif Omar sein erstes Gebet in Jerusalem verrichtete, wurde die El-Aksa Moschee erbaut. Damit errichteten die Muslime eines der stattlichsten architektonischen Werke der Welt in Jerusalem.

Die Kuppel mit ihren unvergleichlichen Motiven und ihrem Goldglanz ist zugleich Ausdruck des Kunstverständnisses und der Kultur des Islam.

In dieser toleranten Umgebung erhielten auch die Nichtmuslime ein Recht auf Kritik an den von ihnen bemerkten Fehlern der Obrigkeit. Zur Zeit der umayyadischen Kalifen hatten in Damaskus zahlreiche Christen hohe Staatsämter inne, durften ihre religiösen Pflichten erfüllen, ohne dass ihnen dadurch Nachteile entstanden.

Europa hingegen war zu dieser Zeit von finsterem Fanatismus und von Barbarei beherrscht. Die katholische Kirche übte auf Juden und Christen anderer Konfessionen großen Druck aus. Erzwungener Religionswechsel, Folter und Mord im Namen der Religion waren normale Praktiken in der westlichen Welt dieser Zeit. Die Muslime dagegen verhielten sich gegenüber den Anhängern der Buchreligionen stets tolerant und barmherzig. Die Kirche des Heiligen Johannes, die sich in Damaskus befindet, ist ein Beispiel dieser Toleranz. Die Muslime, die die Gegend erobert hatten, begannen das Freitagsgebet in der Kirche zu verrichten, die jedoch immer noch Christen gehörte. Diese gingen frei von jedem Zwang sonntags ihren religiösen Pflichten nach. Die Anhänger beider Religionen benutzten die gleiche Gebetsstatte gemeinsam und in Frieden.

Die Muslimische Toleranz gegenüber Juden und Christen dauerte an. Die Juden, die vor der Inquisition Spaniens flohen, fanden auf osmanischem Boden Sicherheit und Toleranz. Die Quelle der Toleranz, die Muslime Juden und Christen gegenüber an den Tag legten, ist die Moral des Quran. Denn Gott hatte den Muslimen im Quran befohlen, sich den Anhängern der Buchreligionen, den Juden und Christen gegenüber, wohlwollend zu verhalten:

Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: “Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben.” (Sure al-Ankabut, 46)

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